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Chias Adventskalender #16


Ja der Autor der nicht nur Autor ist, sondern auch Musiker, Komponist, ....









 Das Zitat stammt aus "Der die Fremde kennt" von Cornelius Hirsch.

Ihr wollt den Klappentext lesen? Bitte:
Wein, Weib und … Claudius Mohl. Ein von einem Mäzen beauftragter
Künstler begibt sich gezielt auf eine Reise ins Blaue, um
in der Konfrontation mit fremden Orten und Menschen und mit
dem Fremden in ihm selbst seine künstlerische Bestimmung zu
finden.
Mal heiter chaotisch, mal strukturiert methodisch, durch Grabungen
in den tiefsten Schichten seines Denkens und Fühlens,
versucht er sich seinem Werk entgegenzubilden, das ihm jedoch
ebenso fremd zu bleiben scheint wie die vier Musen, deren
Küsse ihn erst zum wahren Wirken befähigen.


Ihr wollt den Autor kennen lernen? Bitte hier kommt das Interview:

1. Kannst du dich bitte mal kurz vorstellen? 



Ich heiße Cornelius Hirsch und bin in München geboren. Dort habe ich zunächst Musik studiert und habe später eine Stelle als Pauker an der Kieler Oper eingenommen. In Kiel studierte ich Kunstgeschichte, Philosophie und Musikwissenschaft mit Magisterabschluß.
Nach meiner Rückkehr nach Bayern arbeite ich bis heute freischaffend als Orchestermusiker.
In München gründete ich das U 02 Theater, eine Schultheatergruppe, die inzwischen mit über 100 Mitgliedern in circa 15 Kursen bis zu 7 verschiedene Produktionen im Jahr von Shakespeare bis Beckett, vom Antigone bis zur Rocky Horror Show und auch Selbstverfaßtes der Schüler unter eigener oder meiner Regie auf die Bühne bringt.
Meine eigentliche Profession sehe ich jedoch in meiner Arbeit als Komponist, Autor und Bildender Künstler. Von mir sind 4 CDs mit Kammer- und Orchestermusik im Handel erhältlich, Ballett-und Schauspielmusiken, drei  kleinere Opern und etliche Theaterstücke sind zur Aufführung gelangt. Meine experimentellen Texte sind zumeist in selbstverlegter Form herausgekommen. Ebenso meine kunsttheoretischen Schriften, deren Inhalte ich auch in Seminaren anbiete.
 


2. Wie bist du ans Schreiben gekommen? 



Nachdem mein Bruder und ich als Kinder mit 9 bzw. 13 Jahren ganze Wagneropern auf Schallplatte durchforstet und mit unseren Stofftieren inszeniert haben, war es naheliegend selbst Opern zu schreiben. Damit habe ich dann als Teenie begonnen. Mit zwanzig Jahren waren das dann szenisch-musikalische Experimentalwerke, und – neben Gedichten in valentinesk-morgensternscher Manier – gab es einen ersten kleinen, selbstherausgegebenen Roman „Aktäon und der Bademeister“. Schon in meiner Schulzeit traf ich u.a. Komponisten wie Josef Anton Riedl, Dieter Schnebel,  Karl-Heinz Stockhausen, John Cage oder die Autorin Marie-Louise Kaschnitz. Im Zusammenhang meiner schon zu der Zeit beginnenden Tätigkeit als Sprecher von experimentellen Textformen und später der Arbeit an verschiedenen Opernhäusern durfte ich sogar einmal mit Ernst Jandl und Gerhard Rühm auf einer Bühne stehen, lernte später Oskar Pastior und Doris Lessing persönlich kennen und bin mit dem Bachmannpreisträger Michael Lentz befreundet.
Das Schreiben war so für mich seit jeher eine Selbstverständlichkeit, wenn auch immer im Schatten der Komposition. Es entstanden meist kurze Arbeiten im Bereich der Kurzprosa oder experimentelle Formen. Zudem kleinere Bühnenwerke und Libretti. Während meiner Arbeit als Regisseur und Leiter einer Laienbühne ergab es sich, daß – für die überwiegend weiblichen Mitglieder der Truppe – Stücke mit hohem Anteil von Frauenrollen gefragt waren. Mehrere meiner Bühnenwerke („Nebenrollen“, „Hammerhart und Himbeerhaut“, „Wegweisung“, „Pauschalmadrigal“) sind nur mit Frauen besetzt.
Ein besonderes Interesse hege ich für kunsttheoretische Fragen und versuche in Schriften unterschiedlicher Genres, vom Bühnenwerk („Farbenhand“) bis zum Lehrbuch („Utopie Kreation Wahrnehmung“), Antworten zu finden und zu kommunizieren.
 

3. Wie kam es zu deinem Roman „Der die Fremde kennt“ ? 



Die Arbeit am Roman „der die Fremde kennt“ habe ich vor ungefähr 30 Jahren begonnen. Dieses Buch war dann immer wieder mal in verschiedenen Fassungen in selbstverlegter Form erschienen. Die letzte erst kürzlich revidierte Version gibt es nun beim R. G. Fischer Verlag. Wie schon in verschiedenen theoretischen aber auch Bühnenwerken beschäftige ich mich auch hier mit der Frage nach Grund und Wesen kreativen Tuns an sich. In heiter pseudo-wissenschaftlicher Form und unter Einsatz unterschiedlichster, meist recht verschrobener Stilistiken versuche ich den Weg eines jungen Künstlers vom Wunsch zur Tat, von der Idee zur Verwirklichung seines Werkes nachzuzeichnen, ohne aber dabei Werkgestalt oder auch nur Kunstgenre nennen zu müssen. Dabei spielt die Rolle des Weiblichen in Gestalt in unterschiedlicher Weise motivierender Musen eine wesentliche Rolle, was der Geschichte neben der allgemein ästhetischen Implikationen nicht zuletzt auch Raum zu einer Betrachtung von Lust und Liebe in ganz natürlicher Ausprägung gewinnen läßt.
Ein theoretisch-lukullisches Werk also, das ich schlicht schreiben mußte, weil es es noch nicht gab.
 

4. Was ist dir beim Schreiben leicht gefallen und was so gar nicht? 



Weil das Schreiben bei mir als professionelle Tätigkeit nie so ganz im Vordergrund gestanden war, ist diese Form der Entäußerung für mich nie problematisch geworden. Sogar im akademischen Umfeld hatte ich mich als Hobbyist bewegt und im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten so geschrieben, wie es mir gefiel – und das  mit Genuß. (Mein gesamtes Studium habe ich ohne Klausuren, allein durch massenweise Seminararbeiten und Vorträge, um die ich mich schier gerissen habe, bestritten.) Noch heute schreibe ich gerne und mit wenig Skrupeln. Mir fällt es leicht zu streichen, ja, wegzuwerfen, was mir nicht mehr in den Kram paßt, oder alles zu ändern, wenn es sein muß. Allerdings gefällt mir nicht leicht was, und so gibt es von mir nicht besonders viele und keine besonders umfangreichen Werke. Und wenn mir die mal nicht mehr gefallen, werfe ich auch die in den Müll. Schon um dieser Möglichkeit willen habe ich nie besonders viel Energie darauf verschwendet, einen Verlag zu finden, wenn es mir natürlich schon gefallen hätte, wenn einer meine Sachen von sich aus gefunden und genommen hätte. Das war aber nicht der Fall und so ist es noch weitgehend in meiner Hand, was mit meinen Arbeiten geschieht. Allerdings ärgert es mich schon, daß ich für die Verbreitung meiner Gedanken meist dermaßen viel Geld aufwenden muß, während andere Autoren (von deren gut vermarktbaren Billigprodukten ich ja nicht immer eine besonders hohe Meinung habe) es sich gut gehen lassen im hellen Licht der auch finanziell sich auszahlenden Anerkennung durch die Lesermassen und dem Gott der Ökonomie huldigenden Durchschnittslektoren.



5. Wird es noch weitere Romane von dir geben?
 



Ein Romanprojekt habe ich seit Jahren im Kopf. Allerdings werde ich dieses nicht mehr ohne pekuniäre Entlohnung durch einen wie auch immer hierzu motivierten Auftraggeber entäußern. Das Buch bleibt halt ungeschrieben, wenn es nicht wirklich jemand zu brauchen glaubt. Ich selber kenne es ja schon.
Stattdessen versuche ich zur Zeit mit einer Fachfrau für QiGong und TaiJi gemeinsam ein Übungsbuch für eine „neuentwickelte sino-bayuwarische Kampf- und Bewegungskunst“ als
humorvollen Fotoband mit dem Titel „HaiJi – Aus dem Tagebuch  einer Zennerin“ herauszubringen. Wegen der vielen Fotos leider ein treuer Spaß, allerdings mit guten Marktchancen, sehr lustig auch für Nichteingeweihte und mit tatsächlich positiver Wirkung bei richtiger Anwendung. (Die Formen aus dem Buch werden schon erfolgreich unterrichtet!) Noch hoffen wir auf einen Sponsor oder einen interessierten Verlag.
Außerdem arbeite ich weiter an der Erweiterung und Präzisierung meiner kunsttheoretischen Erkenntnisse und hoffe, daß mir in Zukunft weitere Gelegenheit zur Verbreitung derselben in veröffentlichten Schriften oder – noch besser – in „leibhaftigen“ Seminaren gegeben wird.

Die Homepage ist auch sehr interessant.



Morgen gibt es etwas für's Herz!!!!

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