Google+ Chias Bücherecke: Adventskalender #4

Adventskalender #4


Huhu ihr Lieben,

wie versprochen gibt es ein paar Leckerbissen für euch. Und zwar in Form von Leseproben.
Hier kommt die erste:




Chandni - Destiny? Ihre Liebe begann im Traum - Band 1
Autor: Medusa Mabuse
Kapitel 1 - Ich nenne dich Chandni
Carlotta erhebt sich steif aus ihrem großen Sessel hinter dem monströsen Schreibtisch. Ihr Gesicht wirkt versteinert und zeigt keinerlei Regung. Ihr Blick hingegen heftet sich auf den Kriminalbeamten, der ihr gegenübersteht und im Begriff ist, sich zu verabschieden.
»Bemühen Sie sich nicht, Señora Martinez, ich finde allein hinaus.« Er ist etwas irritiert, vielleicht deshalb, weil die alte Dame sehr gefasst ist. Viel zu sehr, was ihn üblicherweise sofort stutzig werden lässt. Andererseits kennt er sie schon sehr lange, da seine Töchter seit Jahren ihre Tanzschule besuchen. Aus diesem Grund hat er es persönlich übernommen, sie von dem tödlichen Anschlag auf ihren Sohn und ihre Schwiegertochter zu unterrichten.
»Herr Köhler«, wendet sie sich nun an ihn, wobei er bemerkt, dass sie jetzt doch um Fassung ringt, sich aber rasch wieder im Griff hat. »Würden Sie mich über die Ermittlungen informieren?«
Der Beamte nickt ihr freundlich zu und deutet gleichzeitig auf seine Visitenkarte, die er auf ihren Schreibtisch gelegt hat. »Rufen Sie mich an, wenn Ihnen noch etwas einfällt. Ich versichere Ihnen, dass wir die Täter fassen werden.«
Carlotta sinkt in ihren Sessel zurück, während der Kriminalbeamte das Arbeitszimmer verlässt. Erst als sie das Geräusch der zufallenden Haustür hört, beugt sie sich wieder nach vorne zum Schreibtisch, um die Schublade unter der Arbeitsplatte zu öffnen. Ihr entnimmt sie ein kleines, rotes Notizbuch.
»Das kann ich nicht zulassen«, raunt sie in die Stille des Raumes, als sie das Büchlein auf der Suche nach einer ganz bestimmten Nummer durchblättert. Bevor sie zum Telefon greift, wirft sie einen kurzen Blick auf die Kaminuhr. Sie zögert einen Moment, in dem sie überlegt, ob sie den Anruf verschieben soll, da es in den Staaten erst früher Morgen ist, aber die Angelegenheit duldet keinen Aufschub. Bereits eine knappe Minute später hört sie eine sehr verschlafene Stimme, die jedoch hellwach klingt, als sie sich meldet.
»Carlotta, was ist passiert?«
»Tut mir leid, Laura, dass ich dich so früh störe. Es ist in der Tat etwas Entsetzliches geschehen. Juan und Sunehri wurden heute Vormittag in ihrem Wagen erschossen.« Sie hält kurz inne, denn es auszusprechen macht es so endgültig, aber für Trauer hat sie jetzt keine Zeit. Ehe sie weitersprechen kann, ruft Laura bestürzt:
»Das ist ja furchtbar, Carlotta. Das tut mir schrecklich leid. Wie geht es dir? Kann ich irgendetwas für dich tun?«
Die alte Dame ist erleichtert, dass sie so schnell ihre Hilfe anbietet, denn das ist der eigentliche Grund für diesen Anruf.
»Soeben war ein Beamter der Kriminalpolizei bei mir. Laura, ich muss dich um einen Gefallen bitten. Du musst verhindern, dass die Kripo ermittelt. Ich kann mir vorstellen, wer dahintersteckt. Sollten die Täter gefasst werden, bringt mir das meine Kinder aber nicht zurück. Viktor dagegen erfährt vielleicht davon. Das will ich unter allen Umständen vermeiden. Kannst du in den nächsten Tagen vorbeikommen? Ich möchte mich darüber nicht weiter am Telefon unterhalten.«
»Du bist gut«, erwidert die Frau am anderen Ende aufgebracht. »Wie stellst du dir das vor? Unser Arm reicht zwar weit, doch ich glaube kaum, dass das FBI die Ermittlungen eines Mordfalles in Europa verhindern kann. Hast du überhaupt eine Ahnung, in was für eine Situation du mich dadurch bringst? Ich könnte veranlassen, dass die Presse aus dem Fall herausgehalten wird. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen, sollte es tatsächlich zu einer Verhaftung kommen. Mehr kann ich dir momentan nicht zusichern. Wie dem auch sei, ich fliege, so schnell es geht, nach Deutschland. Bestimmt kann ich dir dann schon sagen, wie wir weiter vorgehen. Mach dir wegen Viktor keine Sorgen. Er wird nach wie vor beobachtet. Er verhält sich ruhig. Agiert nur noch im Hintergrund. Ich denke nicht, dass er noch immer nach dir sucht.«
»Das Risiko kann ich nicht eingehen. Das verstehst du doch?«
»Das tue ich, natürlich. Hast du denn einen Verdacht, wem am Tod von Juan und Sunehri gelegen ist?«
Bevor Carlotta antwortet, atmet sie erst einmal geräuschvoll aus, denn sie hat nicht nur einen Verdacht. Für sie steht absolut fest, wer dahinter steckt. »Das indische Syndikat, wer sonst? Immerhin wird Sunehris Familie seit Jahren bedroht. Es ist ja nicht das erste Mal, dass diese Verbrecher zu solch drastischen Mitteln greifen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Deshalb will ich auch nicht, dass die Polizei weitere Nachforschungen anstellt. Ich will nicht, dass das Gesindel zurückkehrt und sich vielleicht auch noch an Adrianna vergreift. Sie ist das Einzige, was mir noch geblieben ist.«
»Na gut, dann werde ich meine Fühler in dieser Richtung ausstrecken. Wo treffen wir uns? Kannst du nach München kommen? Das wäre einfacher für mich.«
»Sag mir nur, wann du ankommen wirst, dann hole ich dich vom Flughafen ab. Alles Weitere besprechen wir danach.«
»Dann bis in ein paar Tagen und Carlotta, es tut mir wirklich leid.«
Darauf kann die alte Dame nicht mehr antworten. Sie beendet das Gespräch rasch, als sie spürt, wie sich ihr Herz zusammenzieht und sich ein dicker Kloß in ihrem Hals bildet.
Ihr Blick fällt auf einen Bilderrahmen, der neben dem Telefon steht. Aufschluchzend greift sie danach und streicht mit zitternden Fingern darüber. Das Foto ist erst einige Wochen alt und zeigt drei lachende, glückliche Menschen. Ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und ihre Enkelin sind darauf abgebildet. Es schmerzt sie unsagbar, dass Juan und Sunehri nicht wieder nach Hause kommen und Adrianna ohne ihre geliebten Eltern aufwachsen muss. Nun kann sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. Das Bild verschwimmt vor ihren Augen. Von Trauer überwältigt sinkt sie in ihrem Sessel zusammen und gibt sich dem Schmerz über den Verlust ihrer Kinder hin.
Das Arbeitszimmer liegt bereits im Dunkeln, als sich Carlotta erhebt. Adrianna, ihre Enkeltochter, wird bald von einem Ausflug mit ihrer Freundin Carmen zurückkehren. Das Mädchen soll sie aber nicht so aufgelöst vorfinden. Carlottas Beine gehorchen ihr nur zögernd, als sie ins Badezimmer geht. Sie fürchtet sich vor dem Moment, wenn Adrianna nach Hause kommt. Wie soll sie einem Kind von knapp sieben Jahren beibringen, dass es keine Eltern mehr hat.


Und hier die zweite :
Leseprobe: Sonnenwarm und Regensanft  Band 1  Zwei Sonnen
Wo ist deine Brille?
Ja, ja, Jens, du mich auch, verdammt noch mal!
Mann, stell dich doch nicht immer so blöde an! Geh einfach zu Fielmann und lass dir 'ne Neue verpassen! Die kann ja nur besser aussehen als die, die du jetzt trägst!
Weißt du was? Du kannst mich echt mal kreuzweise!
Typisch, was Besseres fällt dir mal wieder nicht ein, was? Jens schüttelte missbilligend den Kopf, grinste dann aber schon wieder. Mensch, Anna, wirklich, man wird doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen!
Sie schnaubte laut. Pah, verzieh dich einfach! Warum bist du eigentlich immer noch hier?
... Anna Nell hatte sich so auf ihren ersten Sommerferientag gefreut. Sie hatte lange geschlafen und nach dem späten Aufstehen, weil die beiden Geschwister und der Vater arbeiten gehen mussten, himmlische Ruhe und Einsamkeit erwartet. Ihre Mutter hatte außerdem an diesem Vormittag einen Arzttermin, der bis zum Mittag dauern könnte. Also sollte dieser erste Ferienvormittag eigentlich ganz und gar ihr gehören.
So war sie im ausgeleierten XXL-Shirt, mit ausgetretenen Filzpuschen, verschlafenem Gähnen und völlig verstrubbelten, blonden langen Haaren gemütlich in die Küche geschlurft, um sich erst einmal Kaffee zu kochen. Und wer saß da? Ihr drei Jahre älterer Bruder, ausgerechnet dieser Meckerblödmann!
Im ersten Moment hatte sie ihre schief sitzende Brille auf der Nase zurechtgerückt, weil sie glaubte, sich zu täuschen. Aber nein! Da saß er, der ihr so verhasste Jens, und prostete ihr provokant grinsend mit seiner Kaffeetasse zu.
Jetzt, wo sie darüber nachdachte, fiel ihr auch wieder ein, dass er neulich erwähnt hatte, er müsste an irgendeinem Tag erst kurz vor Mittag nach Düsseldorf zur Messe, um dort seinen Kollegen für die Spätschicht am Stand abzulösen. Irgendein Tag war dann wohl offensichtlich der heutige Tag, ihr Tag! Mist, das hatte sie vergessen!
Nun saß er also am Küchentisch, schlürfte den Kaffee, den sie noch nicht hatte, und nervte sie wie so häufig mit unglaublich öden Besserwissereien und noch dazu üblen Beleidigungen.
Besonders wenn es um ihre Brille ging, konnte er in ihren Augen richtig fies werden. Da ließ er keine Gelegenheit aus, um ihr Gemeinheiten an den Kopf zu werfen. Ihm schien es offenbar richtig Spaß zu machen, sie deswegen zu ärgern.
Dabei war die Brille sowieso Annas wunder Punkt, würde sie doch liebend gerne darauf verzichten. Doch das ging nun mal nicht und zudem vertrug sie keine Kontaktlinsen. Sie hatte sich demnach mit diesem Fremdkörper in ihrem Gesicht abzufinden, ob sie wollte oder nicht. Das fiel ihr allerdings unsagbar schwer, fand sie sich schon ohne das Ding nicht sonderlich hübsch.
Leider ließ sie sich immer wieder in einen Streit verwickeln. Jens hatte einfach etwas an sich, was sie reizte und aus der Reserve lockte  jedes Mal aufs Neue. ...

Morgen stell ich euch dann das nächste Autorenpärchen vor.

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