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Chias Adventskalender #24.1





Patrick R. Ullrich erschafft durch seine eine fantastische Welt in der es einges zu bestaunen und zum Nachdenken gibt.







Das Zitat stammt aus "Die Legaten - Die Vier Reiche" von Patrick R. Ullrich. Es erscheint Anfang 2014. Ihr möchtet wissen worum es geht?

Die Mission Herodes ist gescheitert, die Schläfer haben versagt. Das Kind mit dem Namen Moriane befindet sich nun in der Obhut Wenduuls von Thule und steht unter dem Schutz des Feuerbarts.
Doch die Schlacht vor Bacholder und der Kampf gegen Dietrich von Bochuum waren nur die ersten Scharmützel eines Krieges, wie ihn noch kein Held der Fantasy jemals bestehen musste.
21 Jahre später ist aus dem Kind die Erzmagierin von Thule geworden, sie tritt als Moriane Lichtwirker in die Nachfolge des Wenduul. Doch noch einmal greift der greise Magier, dessen Ende naht, mit all seiner Macht in die Geschicke ein. Wargrim, der Baumgeist, erwacht; und gemeinsam schicken sie die Botschafter der Vier Reiche auf eine Reise, die diese nicht nur zusammen-, sondern auch weiter weg führen wird, als sie es jemals für möglich gehalten hätten.
Es ist die Stunde der Legaten. Auf der Erde hat der Gefreite des 1. Weltkrieges die Führung des deutschen Volkes übernommen und ist im Begriff, einen Krieg zu entfesseln, der die Welt verändern wird. Ein tausendjähriges Reich soll errichtet werden, um den Preis von über 50 Millionen Leben. In den wenigen Jahren, seit Wenduul auszog, das Kind zu retten, hat Adolf Hitler nicht nur innenpolitisch einen beispiellosen Aufstieg erfahren, sondern auch die Grenzen des Deutschen Reiches erweitert, ohne dass ihm Einhalt geboten wurde – ganz wie Weisthor es prophezeit hatte. Die Mächtigen der Welt scheinen dem Diktator ebenso widerstandslos zu erliegen wie die Deutschen selbst.
Was macht Hitler und die Seinen so stark? Worin besteht das Geheimnis seiner Anziehung? Warum huldigen ihm selbst jene, die ihm zum Opfer zu fallen drohen ?
Als die Legaten ausziehen, die Antwort zu finden, kennen sie nicht einmal die Fragen.

Wenn ihr mehr zu "Mission Herodes" erfahren wollt, schaut euch meine Rezi an.




Im Vorfeld war ich sehr aufgeregt. Denn im Gegensatz zu den anderen Autoren habe ich Patrick nicht einfach die Fragen geschickt. Nein wir haben das Interview über ein Onlinetelefoniedienst geführt. Das war, fand ich, sehr spannend. Nur  das mitschreiben war etwas beschwerlich, aber ich habe es geschafft.


1.Wie bist du dazu gekommen gerade über die NS – Zeit und Hitler zu schreiben und dies dann auch noch in ein Fantasybuch zu packen?

Nichts geschieht aus nur einem Grund, aber ein wichtiger war, wie hätten Tolkiens Völker auf ein System des Nationalsozialismus, bzw. auf die Person Hitler reagiert? Wie die Führung des 3. Reiches auf phantastische Gestalten? Wir schauen da ja heute im Rückblick auf die Geschehnisse, im Wissen um alles Schlimme und auch um den Ausgang. Anders die Helden der Vier Reiche. Sie brechen in Unbekanntes auf, müssen selbst begreifen und urteilen. Wie müssten Wesen beschaffen sein, um der Versuchung zu widerstehen? Das bringt einen unweigerlich zu den Elfen, die für mich so etwas wie den besseren Mensch darstellen. Weiser, älter, überlegener und nicht so leicht zu manipulieren. Oder die Zwerge mit ihren typischen Attributen Verlässlichkeit, Treue, Aufrichtigkeit; aber auch Stolz, Eigensinn, vielleicht sogar Prunksucht. Wie würden sie reagieren? Konnte der Mensch Hitler überhaupt widerstehen, oder war sein Siegeszug in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts vorprogrammiert? Viele, viele Fragen. Womit wir direkt bei der zweiten großen Motivation für Die Vier Reiche wären: Meine Kinder. Tatsächlich war der Ursprung mal der Wunsch, sie mögen nachlesen können (so sie es interessiert^^) wie ihr alter Herr mal getickt hat.

Um die Vorstellung haben zu können wie Elfen oder Zwerge auf die Zeit des 3.Reiches reagieren, musstest du dir ja sicher auch ein genaues Bild machen. Da reicht es ja nicht nur gewisse Eckpunkte zu kennen aus der Zeit. Wie bist du das angegangen?
Zu Beginn, also vor fast 6 Jahren, ziemlich chaotisch. Mir wurde schnell klar, das der Blick auf die Zeit 1933-1945 nicht ausreicht, um einen Eindruck zu bekommen. Mindestens der 1. Weltkrieg und seine direkten Auswirkungen waren zu berücksichtigen; was die Person Hitler selbst angeht, musste ich noch viel weiter zurück. Wie "dachte" und "fühlte" die Gesellschaft dieser Tage? Jede Zeit hat ihre falschen Propheten und Auguren und während der Weimarer Republik - aber eben nicht begrenzt auf Deutschland - waren es sicher die Okkultisten, Spiritisten, Rassegläubigen und Vaterlands-Fetischisten. Dazu die kommunistische Idee, die den Zaren hinweggefegt hat und die Sowjetrepubliken gebar. Mittendrin das Weltreich des british empire und das noch relativ unbedeutende Amerika. Und eine junge, unerfahrene deutsche Republik, die ihre Regierungen in atemberaubendem Tempo verschliess. Also viel Hokuspokus, viel Sprengstoff, konkurrierende Ideologien, nahezu absolute Gegensätze plus Antisemitismus europaweit. Es brodelte eigentlich durchgehend und es gibt ja auch Historiker die den gedanklichen Ansatz vertreten, es hätte nicht einen 1. und 2. Weltkrieg gegeben, sondern nur einen gewaltigen, mit einer über zwanzigjährigen Waffenruhe. Ich schweife ab ... Kurz: Ich werde auch in den nächsten Jahren, während die Bände der Saga entstehen, nicht an Recherche-Langeweile leiden.


2.Das hört sich sehr aufwendig an. Gab es da auch Ereignisse, Sachverhalte, ect. die deine Figuren aus den vier Reichen geprägt haben?

Die vier Völker, Elfen, Zwerge, Menschen und Orks sind zunächst - und soweit möglich - "tolkienesk", also klassisch gehalten. Der "Freie Wille" des Menschen - von den anderen Völkern immer etwas argwöhnisch betrachtet, spielt eine große Rolle. Haben wir ihn überhaupt? Haben ihn, den freien Willen, etwa die Anderen nicht? Mal im Hinblick auf die Lüge (eine besondere Eigenart des Menschen:) ) Zwerge sind schlicht zu stolz, um zu lügen. Sie empfinden sie ehrenrührig. Elfen haben geradezu körperliches Unbehagen, sollten sie zur Lüge genötigt sein, während die Orks - die zugegebenermaßen in den Vier Reichen gänzlich anders sind als bei Großmeister Tolkien - sowohl die Lüge, als auch den Lügner, zutiefst verachten. Sie sind also in dieser Hinsicht in ihrem freien Willen eingeschränkt, während der Mensch sich bewusst gegen die Möglichkeit der Lüge entscheiden muss, die ja verführerisch sein kann. Puh - das fasst alles etwas kurz, aber sonst müssten es ja auch nicht 4 Bände plus Vorbuch sein, nicht? Was die einzelnen, individuellen, Charakter angeht, haben sie schon ihre Rollen, die sich aber möglicherweise auch wandeln können. König Keleb, der Feuerbart, verkörpert das Prinzip vom guten König. Zutiefst gerecht, uneigennützig herrschend und mit natürlicher Aufrichtigkeit ausgestattet. Aber er wird mehr werden als das, wesentlich mehr. Arissa und Raissa, die elfischen Zwillinge, sind die Entsprechung zu Michael Endes ultimativer Aufforderung an seinen Helden Atreju "Tu, was Du willst!" Dazu muss man nämlich erst mal wissen, was man will - die Elfen verfügen über dieses Wissen. Terek, der Ork, ist die personifizierte Stärke. An ihm wird sich weisen (hoffentlich) ob und wie Gewalt ihre Berechtigung haben kann und wie ihr Maß sein muss. Wenduul, der Magier, stellt auch eine Frage: Wann heiligt der Zweck, welches Mittel? Wie muss der Zweck dazu beschaffen sein? Welches Mittel stellt die Grenze dar? Godfrey, der Legat der Menschen, ist Vertreter des Verstandes. Beobachten, verstehen, Lösungen entwickeln. Er ist der Chef-Diplomat. Aber wann wird Diplomatie zur Lüge? Barim und Baldar, die Zwerge, sind für die "Erdung" zuständig. Sie haben einen klaren Blick für das Wesentliche. Darüber hinaus werden sie sich der Frage stellen, wann Stolz und Ehrgeiz auch die überlegenste Moral ins Wanken bringen kann. Letztlich sollen sie alle neue Perspektiven auf vermeintlich Bekanntes ermöglichen. Und ganz nebenbei, auch noch Spaß machen.


3. Schön, jetzt hat man die Charaktere auch gleich etwas kennen gelernt. Welcher ist dir der Liebste und warum? Und was ist aus dem Kind geworden?

Bis dato ist mein Liebling der alte Wenduul. Er ist kompliziert, von seinen inneren Dämonen geplagt, nicht fehlerfrei und würde sich trotzdem - wenn es denn um´s Ganze geht - in die Bresche werfen. Vermute ich mal zumindest, denn so ganz machen Figuren irgendwann nicht mehr, was der Schreiberling will. Ist auch gut so. Aus dem Kind ist eine ziemlich beeindruckende, junge Frau geworden. Sie ist einer der wichtigsten Charaktere in der ganzen Saga, ganz sicher wird sie einer der mächtigsten - denn sie wurde ja als messianischer Kontrapunkt zum Führer der Deutschen, von einer noch geheimen Gottheit, zur Wahrung des Gleichgewichts in die Welten geschickt. Ich muss sagen, sie mag ich auch sehr. Und Terek. Und Godfrey. Und ...


4. Genau, du hast ja auch eigene Götter erschaffen. Warum hast du das gemacht? Viele Autoren verzichten ja darauf eine Religion einfließen zu lassen. Und wovon hast du dich da inspirieren lassen?

Viele Autoren sind vornehmlich damit beschäftigt, bloß niemand "auf die Füße zu treten". Religion ist auch so ein "Tabu-Thema". Überhaupt alles, was den Anschein einer moralischen Erwägung besitzt ... Diese Art von politischer Korrektheit hat in Literatur nichts verloren, wobei der Begriff an sich schon absurd ist. Was könnte schon politisch UND korrekt sein, hm? Die Religion/Mystik/Götterwelt der vier Reiche ist monotheistisch, mit einem allgewaltigen, omnipotenten Schöpferwesen und seinen Kindern. Mehr darf ich noch nicht verraten.


5. Schade, da bin ich mal gespannt. Sind die anderen Bände schon fertig oder schreibst du gar an etwas neuem?

"Die Legaten", als eigentlicher 1. Band der Saga, sind nahezu fertig. Das ist immer der kritischste Moment - loslassen können. Ich gehe derzeit wieder und wieder die Dialoge durch: Sind die Charaktere so, wie sie sein sollen? Äußern sie sich authentisch? Ist irgendwo nur Bla-Bla, unnötig und wieder zu entfernen? So in etwa. Für die folgenden Bände steht die rote Linie. Die Arbeiten an Band 2 "Barbarossas Fluch" haben bereits begonnen. Da ich dafür auch außer Haus recherchieren muss/will wird es sicher Herbst 2014 werden, wahrscheinlich später. Es braucht so lange, wie es eben braucht. Es gibt über die 4 Bände der Vier Reiche hinaus bisher nur eine Idee. Mal sehen. Spannend allemal und von daher hat es eine Chance. Aber ich denke noch nicht wirklich darüber nach. Die nächsten 4 jahre gehören den Vier Reichen.
 




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