Google+ Chias Bücherecke: Chias Adventskalender #2

Chias Adventskalender #2

Heute an Tag Nr- Zwei stelle ich euch eine Autorin vor, deren Buch ich schon gelesen habe uns mit ihr soagr schon eine kleine Aktion gemacht habe.

Na wisst ihr schon wer?




 Das Zitat stammt aus "Rausgekickt - Blaue Vögel" von Vera Nentwich.  So damit hier auch etwas vom Inhalt erfahren könnt:
Unermüdlich arbeiten Schicksalsboten daran, Paare zusammenzubringen. Auch Mechthild sollte mit ihren 44 Jahren längst den Mann an ihrer Seite gefunden haben. Doch ständig dem tyrannischen Vater ausgesetzt, stolpert sie ängstlich durch ihr Leben und Katastrophen pflastern ihren Weg. Selbst vor den Schicksalsboten machen ihre Unfälle nicht halt.

Eine Leseprobe gibt es und meine Rezension könnt ihr euch auch gerne ansehen. DAs Buch fand ich echt gut und konnte 4 von 5 Wölfen verteilen.


Hier seid sicher schon auf das Interview gespannt:




  1. Hallo Vera. Ich durfte ja im Rahmen der Schicksalsboten-Aktion dein Buch „Rausgekickt – Blaue Vögel“ lesen. Wie bist auf die Ideen für das Thema gekommen?
Ausgang nahm alles mit diversen Gesprächen mit Freundinnen, bei denen es sich um das Schicksal und die tiefere Betrachtung der Lebenswege drehte. Ich bin kein ausgesprochen gläubiger Mensch, aber die Vorstellung eines in irgendeiner Weise vorgegebenen Schicksals empfand ich immer als erleichternd. Konnte ich doch dadurch die negativen Dinge, die im Leben so geschehen, diesem Schicksal zuordnen. Allerdings erschien mir die Vorstellung, es würde irgendeine Macht mein Schicksal akribisch planen und steuern, zu abwegig. Dann hörte ich mal im Radio ein Interview mit einem Experten zu dem Thema und er erzählte von den Winken des Schicksals, die man ständig übersehen würde. Als Beispiel erwähnte er, den langsam fahrenden Autofahrer vor einem, der einen zwingt, innezuhalten. Als ich dann einige Tage später recht eilig über die Landstrasse fuhr und ein einbiegender Traktor mich zwang, abzubremsen, erinnerte ich mich daran und stellte mir amüsiert vor, dass womöglich der Fahrer des Traktors ein Schicksalsbote sein müsste. Ich malte mir seinen Arbeitsalltag aus und kam zum Schluß, dass er sehr frustriert sein müsste und bestimmt Rachegelüste an diesen unsensiblen Menschlein hätte. Am selben Tag setzte mich hin und begann, eine Geschichte zu schreiben. Daraus wurde „Rausgekickt: Weiße Sterne“. Die Resonanz darauf war so gut und während der Beschäftigung damit hatte ich so viele weitere Ideen dazu, dass ich mich entschloss, es im Stile einer Krimiserie, bei der der immer selbe Kommissar immer andere Fälle löst, weiter zu entwickeln. Da mich Menschen, die sich selbst im Leben begrenzen, weil sie allem mit Angst begegnen, immer sehr beschäftigt haben, lag es nahe, einen solchen Menschen einmal mit den Schicksalsboten zu konfrontieren. So war die Grundidee zu „Rausgekickt: Blaue Vögel“ geboren.

  1. Die Methoden der Schicksalsboten sind ja nicht gerade immer normal, wir Traktor fahren, oder eine Person einfach in den nächstbesten Zug zu setzten, um jetzt mal zwei zu nennen. Haben sie noch mehr solcher Methoden, um den Menschen zu helfen?

Die Schicksalsboten an sich sind nicht normal und das ist ja das Schöne an diesen Figuren. Sie haben unbegrenzte Möglichkeiten, insbesondere dann, wenn sie ihren eigenen Emotionen freien Lauf lassen. Natürlich müssen sie dann mit Konsequenzen rechnen, weil sie letztlich Teil einer großen Organisation sind, aber wenn sie richtig wütend sind, ignorieren sie dies. In „Weiße Sterne“ gehen sie richtig hart mit ihrer Zielperson um. Da gibt es einen Tritt in die Weichteile oder die Wohnung brennt ab. Richtig heftige Schicksalsschläge. In „Blaue Vögel“versuchen sie krampfhaft wieder in die Spur zu kommen, werden aber von der überängstlichen Mechthild ständig vor neue Herausforderungen gesetzt, bis ihnen der Kragen platzt.
Ich finde den Gedanken, dass hinter einem härteren Schicksalsschlag vielleicht ein frustrierter Schicksalsbote steckt, auf den ich dann ungehemmt wütend sein kann, sehr tröstlich.

  1. Wenn Schicksalsboten nicht normal sind, sind sie dann Menschen oder?

Klare Antwort: Jein. Sie treten auf wie Menschen, aber sie sind keine mehr. Es sind Menschen, die irgendwann zu Schicksalsboten berufen wurden. Auf der Website zu den Büchern unter www.rausgekickt.de gibt es auch einen Einstellungstest für zukünftige Schicksalsboten.


  1. Gab es eine Situation in den Büchern, die dir beim Schreiben Kopfschmerzen bereitet hat?

Ich glaube, dass ist beim Schreiben ein Dauerzustand. Gerade als ich die ersten Kapitel um die Schicksalsboten geschrieben hatte, war ich sehr unsicher, ob dies überhaupt Jemandem gefallen würde. Wie weit konnte ich die Aktionen der Schicksalsboten treiben, ohne das ich den Leser verlieren würde? Ich hatte großen Spass beim Schreiben, aber würden andere es auch als lustig empfinden? Ich suchte meine kritischsten Testleser unter den Freunden und wartete gespannt ab. Zu meiner großen Überraschung und Erleichterung waren sie begeistert. Diese Zweifel kamen und kommen dennoch immer wieder und werden wohl auch nie aufhören.

  1. Wird es noch mehr von den Schicksalsboten zu lesen geben oder gar was ganz anderes?

Mir machen die Geschichten um die Schicksalsboten einen riesigen Spass und ständig schreibe ich mir Ideen auf, wer wohl als nächstes ihren Weg kreuzen könnte. Ich bin mir sicher, dass ich es kaum aushalten werde, diese Ideen nicht umzusetzen. Ich mache aber gerade eine kleine Rausgekickt-Pause. Stattdessen arbeite ich an einem Krimiprojekt. Ich habe die Stephanie Plum Romane von Janet Evanovich verschlungen und immer den Gedanken gehabt, in diesem Stil eine Geschichte zu entwickeln. Ich bin keine klassische Krimileserin. Mich interessiert die Figur der Ermittler, oder was immer die Hauptrolle spielt, mehr, als die der Kriminalfall. Dazu möchte ich es mit einer Prise Humor versehen. Mein Arbeitstitel ist „Killerin in Grefrath“. Grefrath ist eine Gemeinde am Niederrhein, in der ich aufgewachsen bin, und die Grundidee ist, dass eine junge Frau dort in Grefrath per Zufall einen Mordauftrag erhält. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Projekten, bei denen ich im stillen Kämmerlein geschrieben und es dann erst der Welt mitgeteilt habe, beschreibe ich dieses Projekt frühzeitig auf meinem Blog. Ich erhoffe mir dadurch nützliche Hinweise der Leser, die mir helfen, das Projekt möglichst lebensnah werden zu lassen. Die ersten Anfänge sind sehr vielversprechend.

  1. Welche Erfahrung hast du bis jetzt damit gemacht, dein Krimi-Projekt auf deinem Blog publik zu machen?

Es ist toll, zu spüren, dass sich Menschen schon zu Beginn eines solchen Projektes dafür interessieren und sich auch einbringen. Ich konnte dadurch gleich ein Gefühl dafür entwickeln, wie meine Grundidee und einige Figuren bei den Lesern ankommen. Es wird noch spannend, zu sehen, wie die Leser das weitere Projekt begleiten und dann schließlich auf das fertige Werk reagieren werden. Und manchmal habe ich auch Angst, dass ich das Projekt gar nicht so fertigstellen kann, wie ich es mir gedacht habe und dann alle enttäusche. Aber noch bin ich sehr zuversichtlich.

  1. Was macht deine junge Auftragskillerin aus? Magst du etwas veraten?

Sie ist ja gar keine Auftragskillerin. Sie ist eine normale junge Frau, die in einer kleinen Gemeinde am Niederrhein lebt, und sich eigentlich dort langweilt. Insgeheim träumt sie von Reisen und großen Abenteuern, aber andererseits umhüllt sie die Geborgenheit im Heimatort so wohlig, dass sie es nicht verlassen kann. Stattdessen schaut sie regelmäßig amerikanische Krimiserien im Fernsehen und träumt sich in die Figuren der toughen Ermittlerinnen und an die Schauplätze. Diese Sehnsucht nach Abenteuer lässt sie eines Morgens mit einem geheimnisvollen Südländer flirten, der ihr einen Umschlag hinterlässt. Sie denkt noch, es ist seine Telefonnummer darauf, aber dann stellt sie fest, dass in dem Umschlag nur ein dickes Bündel Geldscheine und ein Blatt mit einem Foto und einer Adresse ist. Schnell wird ihr klar, dass es der Mordauftrag an einen Auftragskiller sein muss. Schließlich sieht dies in den Krimiserien, die sie immer guckt, genauso aus.

  1. Wie kam es dazu, dass du deine Bücher an den Mann / an die Frau bringen wolltest?

Wie viele Andere auch, trug ich mich schon lange mit dem Gedanken, das eine Buch zu schreiben. Ich habe jahrelang Kolummnen geschrieben und andere kurze Texte. Immer öfter fragten mich Leser, warum ich denn nicht mal mehr schreiben würde. Ihnen würden meine Texte so sehr gefallen. Nach Jahren mit vielen unvollendeten Anfängen gelang mir vor ein paar Jahren der Durchbruch und dieses eine Buch, dass ich immer schreiben wollte, war tatsächlich fertig. Begeistert bot ich es unzähligen Verlagen an, die meiner Meinung nach natürlich nur auf mich und dieses eine Buch warten mussten. Eine Fehleinschätzung, denn ich bekam kaum Antworten und wenn, waren es Standardabsagen. In dieser Phase kam mir der Gedanke zu Rausgekickt. Ich schrieb dies eigentlich nur aus Vergnügen, ohne einen Gedanken dran zu verschwenden, es je zu veröffentlichen. Als dann aber die ersten Testleser so begeistert waren, beschäftigte ich mich näher damit. Ich stieß auf die Möglichkeiten des Self-Publishing. Was hinderte mich, es einfach mal zu probieren? Das war vor gerade mal vierzehn Monaten. Die Entwicklung hat mich überrollt und mitgerissen.
Ich versuche nach wie vor den Verkaufsgedanken nicht zu bedeutend werden zu lassen, denn als noch sehr neue Autorin sind einfach keine hohen Verkaufszahlen zu erwarten. Ich habe aber derart viele tolle und umwerfende Erfahrungen in diesen vergangenen vierzehn Monaten machen können, das die Verkaufszahlen sehr in den Hintergrund rutschen. Deshalb führe ich auf meinem Blog extra die Liste der schönen Momente, um diese nicht zu vergessen. Auch wenn natürlich die möglichst professionelle Erzeugung eines Buches durchaus eine finanzielle Belastung darstellt. Auf Dauer kann ich mir dieses Zuschussgeschäft nicht leisten. Aber wie sagt mir die beste Freundin von allen immer: „Vera, andere gehen als Hobby tanzen und bezahlen dafür viel Geld. Du schreibst eben.“ Da hat sie recht, allerdings würde es mich auf längere Sicht schon treffen, wenn ich nicht irgendwann mal einen größeren Leserkreis erreichen könnte.

So das war Tag 2. Wie sehen uns morgen mit ... soll ich was veraten? Ein wenig ^^ einem Autor, den ich vor der Aktion hier nicht kannte und der Fantasy-Romane mit etwas anderem verbindet.





1 Kommentar:

  1. Auf die Blauen Vögel bin ich in Forenbeiträgen gestoßen.

    Schön nun zu lesen, was dahintersteckt und ein wenig mehr über die Autorin zu erfahren.

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